Do Teschge, di Gozze und do Pulla
Ein Beitrag von Regina Senfter Stauder
Das Kochen und das Speisen zu Großmutters Zeit mit den heutigen Umständen zu vergleichen, erscheint mir interessant. Mit einfachstem Gerät waren sie ausgestattet, die Küchen von damals. Hoch über dem Herd glänzten die polierten Messingpfannen von der Wand. In der Schisslrume waren die wenigen Schüsseln untergebracht. In der Schublade des Esstisches lagen die Löffel. Der Dritte im Bunde war der ruißige Pfonnknecht, welcher am Tisch unentbehrlich war. Die Bäuerin und ihre Magd schafften es, durch ihre Kochkünste die Großfamilie gut zu versorgen. Mit den Erträgen aus Feld und Hof wurden viele Mäuler gestopft. Zehn oder gar fünfzehn Esser saßen zuweilen bei Tisch und jeder war froh, wenn er einigermaßen satt wurde. Aus der Pfanne wurde gegessen. Am besten schmeckte die Schurre am Pfannenboden. Man benötigte meist nicht mehr als einen Löffel zum Essen. Daher rührt wohl der Ausdruck**:** Miara awwe mit an Leiffl konn man eit essn*.* Leidige Gedanken wegen einer unschönen Figur machte sich damals niemand. Stolz war man, wenn man nicht zu den „Hungerleidern“ gehörte. Die Qualität des Essens war Bio. Ein Zertifikat dazu brauchte es damals nicht. Man aß saisonal, frisch und Produkte aus Feld und Wald. Die Kräuter kannte man und nutzte ihre Kräfte. Der Rhythmus der Menschen war noch im Einklang mit der Natur, Gefühl und Verstand mehr in Harmonie. Es liegt doch in unseren Händen, ob wir uns selber wieder ein bisschen das Verhalten der Menschen von damals zu eigen machen und ein Stück Gesundheit zurückerobern. Nun der dialektale Gruß aus der Küche: Der Wörter gibt´s genug, die nicht mehr jeder im Tale versteht.
| Küchengeräte: | |
| di Gozze | der Schaumlöffel |
| do Teschge | ein großer Kochtopf |
| a Pulla | ein Napf |
| a Pfonnknecht | ein Holzgestell zum Draufstellen der Pfanne |
| do Nuocknhoubl | ein Gerät aus Metall zum Hobeln der Späzzle |
| di Siachte | in der Küche eingemauerter riesiger Kessel |
| do Pittra | Holzfässchen, in dem Getränke mit aufs Feld genommen wurden |
| di Gromml | Gerät aus Holz mit einem eingehängten Messer zum Zerkleinern von Hartbrot |
| do Schurra | Kochgerät zum Wenden von Omletten |
| a Luck | ein Topfdeckel |
| s´Schmelzpfanndl | ganz kleine Pfanne mit langem Stiel, damit man über der kleinsten Herdöffnung das Schmalz erhitzen konnte |
| a Seichta | ein Eimer |
| a Schlaka | ein Gerät zum Buttern |
| di Kropfnmulto | große Schüssel für Krapfen |
| a Sibbile | rechteckiger Sieb zum Säubern von Heidelbeeren |