Kulturerbe
Sextner Flurnamen
1.539 historische Orts- und Flurnamen aus der Gemeinde Sexten – gesammelt, dokumentiert und hier erstmals interaktiv auf einer Karte dargestellt.
Flurnamen im Sextner Gemeindegebiet
„Im Wald und auf der Heide, da such ich meine Freude…“ So beginnt ein bekanntes Volkslied von Wilhelm Bornemann. Unsere Vorfahren haben einst den urigsten und wohligsten Plätzchen in Wald und Feld treffende Namen verliehen. Damit die Bezeichnungen nicht verloren gehen, möchten wir sie Ihnen als Heimatpflegeverein von Sexten auf diesen Kartenausschnitten näherbringen und Sie dafür begeistern, diese heimeligen Orte zu besuchen, um sich in wohltuender Stille vom Alltag zu erholen.
Die Flurnamen sind auch geschichtlich sehr interessant, denn sie geben oft Aufschluss über Traditionen, Arbeitsweisen und Aufenthaltsorte unserer Vorfahren. So kommt z.B. das Wort „Raschtl“ häufig vor, das „eine kleine Rast“, also „Rastplätzchen“, bedeutet. Es deutet auf die vor allem körperliche Arbeit in früheren Zeiten hin, die eine Rast, z.B. für Hirten und Weidevieh, immer wieder notwendig machte. Allerdings erinnert uns das Wort auch daran, dass früher für ein Rasten mehr Zeit war.
Mit der Bezeichnung „Flur“ bezog man sich ursprünglich auf die gesamte nicht besiedelte Landschaft. Je nach Erbrecht – also ob Höfe unter den Kindern aufgeteilt wurden oder nicht – und je nach Kleinräumigkeit der Landschaft variierte die Zahl der Flurnamen im Laufe der Geschichte, nahm im Allgemeinen aber zu. Heute fallen viele alte Bezeichnungen allerdings durch die großräumigere, maschinelle und von einer kleineren Zahl von Menschen betriebene Landnutzung außer Gebrauch. Zu den Einheiten, die Flurnamen tragen, gehören auch Forste, Raine, Wege und Wasserläufe.
Unter anderem finden Sie auf unseren Karten auch die Orte, wo einst die Mühlen im Tal klapperten. Mühlen gab es andernorts auch zur Genüge, aber der Sextner Mühlstein, der sich in unseren Mühlen drehte, galt weitum als etwas Besonderes. Sextens Mühlen mahlten fein!
Rechtschreibregeln der mundartlichen Schreibung
Für die Schreibung der Flurnamen wird eine eigene Orthografie verwendet, die mit der im Sextner Dialektbuch übereinstimmt und die Aussprache im Sextner Dialekt möglichst getreu wiedergeben soll.
Im Folgenden einige der wichtigsten Rechtschreibregeln:
- ǧ
- – stimmloses („hartes“) g, spricht man ähnlich wie ein k aus, aber ohne Behauchung, d.h. ohne den kleinen Lufthauch am Ende des Lauts
- r̄
- – stimmloses („hartes“) r, ausgesprochen wie eine Mischung aus ch und r.
- ie
- – ist immer ein langes i
- Punkt oder Strich unter Vokalen
- – zeigt eine betonte Silbe an
- Bogen unterhalb v. Buchstaben
- – zeigt ein Diphthong an, wie z.B. oi – die einzelnen Buchstaben werden dabei immer wie im Alphabet ausgesprochen, weswegen oi und nicht eu geschrieben wird.
- Betonte Vokale
- sind immer lang, außer sie werden gefolgt von den meisten Doppel- oder Mehrfachkonsonanten; lange Vokale vor den meisten Doppel- oder Mehrfachkonsonanten werden verdoppelt.
- Unbetonte Vokale
- sind immer kurz, Ausnahmen werden durch Verdoppelung des Vokals angezeigt.